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Sonntag, 11. Oktober 2026

Tiefpassfilter aus Mikrostreifenleitungen

Die Leitungstheorie befasst sich mit Erscheinungen auf elektrischen Leitungen, deren Länge in der Größenordnung der Wellenlänge des übertragenen Signals liegt. Für hohe Frequenzen können solche Leitungen als verlustlos angenommen werden. Die Eingangsimpedanz \( Z_1 \) einer solchen Zweidrahtleitung der Länge \( l \), mit dem reelwertigen Wellenwiderstand \( Z_L \) und einer Lastimpedanz \( Z_2 \) ist gegeben durch:

\[Z_1 = Z_L \cdot \frac{Z_2 + j Z_L\tan(\beta l)}{Z_L + j Z_2 \tan(\beta l)}\]

Dabei bezeichnet \(\beta = 2 \pi / \lambda\) die Wellenzahl. 

Bei kurzgeschlossener Last gilt:

\[Z_1 = j\, Z_L \tan(\beta l)\]

und bei offener Leitung entsprechend:

\[Z_1 = -j\, Z_L / \tan(\beta l)\]

Im Bild unten sind exemplarisch die Blindwiderstände, also der Imaginärteil der Eingangsimpedanz \(Z_1\), für eine leerlaufende und einer kurzgeschlossene Leitung mit \(Z_L = 50 \Omega\) gezeigt. 


Eine leeraufende Leitung verhält sich für Leitungslängen \( 0 < l < \lambda / 4 \) aufgrund des negativen Blindwiderstandes kapazitiv, und für \( \lambda / 4 < l < \lambda / 2 \) induktiv. Das erklärt z.B. warum der Eingangswiderstand einer als leerlaufende Leitung interpretierbaren Antenne mit \(l < \lambda/4 \) im Fußpunkt durch eine Spule kompensiert werden kann. Eine kurzgeschlossene Leitung hingegen zeigt gegenteiliges Verhalten. 
Bei fester Leitungslänge \(l\) verhält sich \(Z_1\) für sehr kleine Wellenwiderstände \(Z_L\) auch eher kapazitiv. Es gilt: 

\[Im(Z_1) = Z_L\frac{Z_L^2 \tan(\beta l) - Z_2^2 \tan(\beta l)}{Z_L^2 + Z_2^2} \approx - Z_L \tan(\beta l)\]

Im Grenzfall sehr großer Wellenwiderstände \(Z_L\) gilt:

\[ Im(Z_1) = Z_L\frac{Z_L^2 \tan(\beta l) - Z_2^2 \tan(\beta l)}{Z_L^2 + Z_2^2} = Z_L \tan(\beta l) \frac{1-(\frac{Z_2}{Z_L})^2}{1+(\frac{Z_2}{Z_L})^2} \approx Z_L \tan(\beta l)\]

Große Wellenwiderstände veralten sich also induktiv und kleine Wellenwiderstände kapazitiv. Dies ist für das nun Folgende von Bedeutung, denn wir wollen nun Streifenleitungen


mit unterschiedlicher Geometrien so kombinieren, dass daraus ein Tiefpassfilter entsteht.

Diskrete Tiefpassfilter bestehen aus parallel liegenden Kondensatoren und in Reihe angeordneten Spulen.

Beim Entwurf eines Tiefpassfilters bestimmter Dämpfung, hier mit Tschebyscheff Charakteristik,


nutzt man häufig Tabellen mit normierten Filterkoeffizienten \(L'\) bzw. \(C'\). Die normierten Filterkoeffizienten für Tschebyscheff-Filter der Ordnung n lauten mit \(0,5 dB\) Restwelligkeit lauten z.B.:

nC₁′(L₁)L₂′(C₂)C₃′(L₃)L₄′(C₄)C₅′(L₅)L₆′(C₆)C₇′(L₇)L₈′(C₈)C₉′(L₉)
31.5961.0971.596——————
51.7061.2302.5411.2301.706————
71.7371.2582.6381.3442.6381.2581.737——
91.7501.2692.6681.3672.7241.3672.6681.2691.750

Es gelten die folgenden Zusammenhänge:

\[L=\frac{Z_0 L'}{2\pi f_g}\]

und 

\[C=\frac{C'}{2\pi f_g Z_0}\]

Dabei bezeichnet \(Z_0\) die sogenannte Systemimpedanz, also z.B. \(50 \Omega\), und \(f_g\) die Grenzfrequenz \(\frac{1}{2\pi \sqrt{LC}}\). Mit Hilfe dieses Zusammengangs ergibt sich für Streifenleitungsfilter:

\[Z_L=Z_0 L'\]

und

\[Z_L=Z_0 / C'\]

Im Bild unten ist der Wellenwiderstand für FR4 und einige HF-Leiterplattensubstrate in Abhängigkeit der Breite \(w\) der Leiterbahnen, und der Dicke \(h\) des Substrats gezeigt.


Breite Streifenleitungen haben also einen kleinen Wellenwiderstand und schmale Streifen einen großen Widerstand. Die Grenzfrequenz des Filters wird durch die Länge der Streifen bestimmt.
Es gilt:

\[ \beta l_C = C' Z_L / Z_0\]

und

\[\beta l_L = L' Z_0 / Z_L\]

Um nun die Längen \(l_C\) und \(l_L\) berechnen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie groß die Wellenzahl \(\beta = 2\pi / \lambda \) bzw. die Wellenlänge \(\lambda\) im entsprechenden Abschnitt ist.
Der Zusammenhang zwischen Wellenlänge \(\lambda\) und Grenzfrequenz \(f_g\) ist ganz Allgemein durch

\[ \lambda = \frac{c}{f_g\sqrt{\epsilon_{r eff}}}\]

gegeben. Dabei bezeichnet \(\epsilon_{r eff}\) eine effektive dielektrische Konstante die nicht nur durch das verwendete Dielektrikum, sondern auch von der Geometrie der Leiterbahn bestimmt wird. Der Zusammenhang kommt in der sogenannte Hammerstad‑Jensen‑Formel zum Ausdruck:

\[ \varepsilon_{\text{eff}}= \frac{\varepsilon_r + 1}{2}+ \frac{\varepsilon_r - 1}{2}\left(\frac{1}{\sqrt{1 + 12\,\frac{h}{W}}}+ 0.04\left(1 - \frac{W}{h}\right)^2\right)\]

Das folgende Python script plottet \(epsilon_{eff}\) in Abhängigkeit der Substratpermitivität für verschiedene Verhältnisse von Leiterbahnbreite \(W\) zu Dicke \(h\) des Substrats.

import numpy as np
import matplotlib.pyplot as plt

# Bereich für epsilon_r
epsilon_r = np.linspace(1, 10, 500)

# Hammerstad-Jensen Funktion
def epsilon_eff(eps_r, w_h):
    h = 1.0
    W = w_h if w_h != 0 else 1e-9  # Verhindert Division durch 0
    term1 = (eps_r + 1) / 2
    term2 = (eps_r - 1) / 2
    part = (1 / np.sqrt(1 + 12 * (h / W))) + 0.04 * (1 - W/h)**2
    return term1 + term2 * part

# Plot vorbereiten
plt.figure(figsize=(10, 6))

# Kurvenschar erzeugen
w_h_values = np.arange(0, 5.5, 0.5)

for w_h in w_h_values:
    eps_eff_curve = epsilon_eff(epsilon_r, w_h)
    plt.plot(epsilon_r, eps_eff_curve, label=f"W/h = {w_h:.1f}")

# Plot dekorieren
plt.title("Hammerstad-Jensen: Effektive Permittivität ε_eff")
plt.xlabel("ε_r (Substrat-Permittivität)")
plt.ylabel("ε_eff (effektive Permittivität)")
plt.grid(True)
plt.legend()
plt.tight_layout()

plt.show()

Es ergibt sich folgender Graph.

Wir wollen wir nun konkret einen Tiefpassfilter 3ter Ordnung mit einer Grenzfrequenz von 1GHz und einer Restwelligkeit von 0,5 dB unter Verwendung eines 1,5 mm dicken FR-4 Substrats aufbauen. Die Systemimpedanz soll \(50\Omega\) betragen.
Die notwendigen Abmessungen habe ich in untenstehender Excel Tabelle errechnet,



und anschließend mit Hilfe einer einlagig kupferkaschierten Platine realisiert, auf die ich Kupferklebefolie aufgebracht, und anschließend zugeschnitten habe.

Das Bild oben zeigt eine Mikrostreifenleitung mit einem Wellenwiderstand von \(50\Omega\). Das Bild unten den errechneten Tiefpass.
Ich habe einen NanoVNA mit einem RG316-Kabel als 'Through' Standard kalibriert.


Die \(50 \Omega\) Strecke zeigt zwischen 500 MHz und 1.5 GHz kaum Verluste, und scheint laut Smith Diagramm recht gut angepasst zu sein.


Der Tiefpass zeigt im \(S_{11}\) Streuparameter wie gewünscht ab 1 GHz deutliche Rückreflexionen.


Auch der Transmissionsverlauf \(S_{21}\) zeigt bei 1GHz ein Minimum. Unter der Annahme verlustfreier Übertragung gilt \(|R|=1-|T|\), und es würde sich untenstehender Graph ergeben. 


Wir können die Grenzfrequenz bei - 3dB mit 980 MHz ablesen. Hält man sich die Einfachheit des Aufbaus vor Augen, ist dies wie ich finde eine bemerkenswert gute Übereinstimmung mit dem beabsichtigten Wert von 1GHz.

Viel Spaß beim selber Basteln...


Freitag, 1. Mai 2026

Ein Vertikalplotter für Kritzelkunst

Als 'Scribble Art' oder 'Kritzelkunst' wird eine Maltechnik bezeichnet, bei der Zeichnungen aus unregelmäßigen, oft schnellen und freien Strichen geschaffen werden. Typischerweise wirken die Werke zunächst wie zufällige Kritzeleien, doch durch Variation in Linienführung, Dichte und Bewegung entsteht ein erkennbares Motiv wie z.B. ein Portrait.

Die Software Drawing Bot kann Fotos in Vektorgrafiken und Plotter‑Art umwandeln, und unterstützt auch in der freien Version viele anpassbare Stile. Nachdem ich mit dem Online-Tool Photoroom den Hintergrund eines Bildes entfernt habe, habe ich die Voreinstellungen für den 'Pencil Sketch' Stil meinen Vorstellungen anpasst. Eine ausführliche Dokumentation aller Möglichkeiten findet sich hier.


Der exportierte gcode soll mit einer CNC Graviermaschine gezeichnet werden. 

Dafür habe ich einen Einsatz für die Spindelhalterung der Maschine gedruckt.


Dieser Einsatz kann z.B. einen Stabilo Fineliner der Stärke 0,4 mm aufnehmen, aber leider verlaufen die gezeichneten Linien auf normalem Druckerpapier. Auf Fotopapier ist das Ergebnis deutlich besser.


Für kleines Fotopapier müssen die Einstellungen der 'Drawing Area' auf 10,2 cm x 15,2 cm geändert werden.
Größere Formate lassen sich mit einem sogenannten Vertikalplotter drucken. Sie bestehen i.d.R. aus einem vertikal aufgestellten Rahmen und einer Gondel, in die der Stift geklemmt ist. Die Gondel wiederum hängt an zwei Seilen oder Zahnriemen, die durch Schrittmotoren bewegt werden. Die Zahnriemen werden mit Hilfe von Gewichten stramm gehalten. Ich habe hierfür zwei kleine Actimel Becher mit Estrichbeton ausgegossen, und mit Haken versehen. 


Mit dieser Anordnung kann der Stift alle Punkte der Zeichenebene erreichen. Die Position des Stiftes kann aus den Umdrehungen der Motoren berechnet werden. 
Die beiden Seillängen seien \(L_1\) (links) und \(L_2\) (rechts) , und \(D\) die Distanz zwischen den Motoren.  Nehmen wir an, dass der linke Motor bei \((0,0)\) sitzt, der rechte Motor bei \((D,0)\), und der Stift bei \((x,y)\) sitzt.

Dann gilt:

\[L_1 = \sqrt{x^2 + y^2}\]

\[L_2 = \sqrt{(D - x)^2 + y^2}\]

Gesucht sind nun \(x\) und \(y\). Wir lösen das Gleichungssystem, und versuchen \(y\) zu eliminieren. Es gilt:

\[L_1^2 - x^2 = L_2^2 - (D - x)^2\]

Ausmultipliziert und nach \(x\) aufgelöst ergibt sich:

\[x = \frac{L_1^2 - L_2^2 + D^2}{2D}\]

Für \(y\) ergibt sich entsprechend:

\[y = \sqrt{L_1^2 - x^2}\]

Wenn jede Rolle einen Radius \(r\) hat und sich um \(N_\text{L}\) bzw. \(N_\text{R}\) Umdrehungen gedreht hat, dann ist die abgewickelte Seillänge:

\[L_1 = L_{1,0} - 2\pi r\,N_\text{L}\]

\[L_2 = L_{2,0} - 2\pi r\,N_\text{R}\]

\(L_{1,0}\) und \(L_{2,0}\) sind dabei die Ausgangslängen der Seile bei der Home-Position des Stiftes.  

Das Programm vplotter macht diese Berechnungen, und ist auf einem Raspberry Zero 2 gut lauffähig. Die Anschlussbelegung des Raspberry ist unten zu sehen. 


Im github repository von vplotter sind die notwendigen Installationsschritte beschrieben. Auch ein rudimentärer Bauplan ist enthalten. 
Als Steppermotoren kommen zwei NEMA 17 Schrittmotoren zum Einsatz. Sie besitzen einen Vollschrittwinkel von 1.8°, eine Stromaufnahme von 1.5A pro Phase und ein Haltemoment von 0.38Nm. Als Treiber kommen je ein A4988 Schrittmotor-Treiber-Modul mit Kühlkörper zum Einsatz. Die Schrittauflösung kann durch Setzen der 'Microstepresolution' auf der Treiberplatine von 200 pro voller Umdrehung auf z.B. 1600 erhöht werden ('step of eight'). Das Bild unten zeigt die Anschlussbelegung der Motortreiberschaltung.


Dabei sind 1A und 1B die Anschlüsse für die erste Spule des Motors, 2A und 2B die für die zweite. Die Stromaufnahme habe ich mit dem kleinen Poti auf den boards auf ca. 1A begrenzt. Eine genaue Anleitung findet sich hier.

Die Befestigungen die Steppermotoren und die Umlenkrollen, sowie die Gondel für den Stift, habe ich aus PLA gedruckt. Die Gondel findet sich hier im Thingiverse


Um die 12V Versorgungsspannung für die Schrittmotoren zu erzeugen, habe ich eine kleine USB-C-PD-Triggerschaltung für Netzteile, die das USB Power Delivery Protokoll unterstützen, verbaut. Die gewünschte Spannung lässt sich mit DIP Schaltern einstellen. Zur Spannungsstabilisierung sind zusätzlich zwei 10µF Kondensatoren verbaut.


Im Bild unten ist im Hintergrund auch der auf die Gondel geklebte 9G Micro Servo Motor zu sehen, der den Stift hebt bzw. senkt. Das PWM Signal ist über einen 1k Ohm Widerstand mit dem Servomotor verbunden. 


Die gesamte Elektronik ist mit Abstandshaltern auf die Rückseite der MDF-Platte geschraubt, die die Zeichenebene bildet.


Nachdem die Hardware soweit fertig gestellt ist, habe ich zunächst versucht, einen Smiley zu plotten. Das online tool ncviewer zeigt den gcode an, und kann ihn simulieren.


Der Aufruf von vplotter für die Datei test.ngc erfolgt mit

sudo vplotter --x0=190 --y0=-230 --baselength=687 --z_up=7 --z_down=11 --steps=33 < test.ngc

Die Befehlszeilen‑Argumente haben dabei die folgenden Bedeutungen:

-- x0: Horizontale Entfernung vom linken Schrittmotor bis zum Nullpunkt der Zeichenfläche in mm.  
-- y0: Vertikale Entfernung vom linken Schrittmotor bis zum Nullpunkt der Zeichenfläche in mm.  
-- baselength: Abstand zwischen den beiden Schrittmotoren in mm.  
-- z_up: Wert für den Servomotor, um den Stift anzuheben (1 – 100).  
-- z_down: Wert für den Servomotor, um den Stift zu senken (1 – 100).  
-- steps: Anzahl der Schritte, um die Schnur um 1 mm zu bewegen. Hier:

  \[\text{steps} = \frac{1600}{\text{Umfang der Riemenscheibe}}\]

Das erste Ergebnis ist durchaus vielversprechend.



Anschließend habe ich versucht ein größeres Bild zu plotten. Ich habe dazu eine Malbuchvorlage mit Drawing Bot bearbeitet. Das Bild unten zeigt die Vorschau im ncviewer.


und während des Zeichenvorgangs. Zu erkennen sind des weiteren zusätzliche Gewichte, die ich an der Gondel angebracht habe, um sie zu stabilisieren. 



Damit liefert der Plotter recht schöne Ergebnisse, wie ich finde.


Viel Spaß beim selber basteln und plotten...








Donnerstag, 5. Juni 2025

Den Stromzähler auslesen

Vor einigen Wochen hat unser Netzbetreiber einen 'intelligenten' Stromzähler, auch SMART Meter genannt, von Landis Gyr bei uns installiert. Laut Herstellerangaben verfügt er über ein optisches Interface, das Nachrichten in der Smart Message Language (SML) ausgeben kann. Dieses Kommunikationsprotokoll wurde für Firmwareupgrades oder dem Austausch von Messdaten entwickelt. Zum Auslesen der Daten genügt eigentlich ein IR Phototransitor, ich habe mich jedoch für den Kauf eines fertigen Lesekopfs mit UART Schnittstelle entschieden. Die Signale Rx und Tx werden mit TTL Pegel von 3 bis 5 Volt übertragen, so dass der Lesekopf direkt an einen Rasperry Pi Zero 2W angeschlossen werden kann.


Auch softwareseitig gibt es bereits fertige Lösungen. Volkszaehler.org stellt einen Datenlogger namens 'vzlogger', sowie als middleware eine PHP Datenbank zum Speichern der ausgelesenen Daten zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es ein web frontend zur graphischen Darstellung der ausgelesenen Werte. Wie die Volkszähler Software auf einem Raspberry Pi mit fertigem Image installiert wird, ist hier beschrieben.

Um sich in einem ersten Schritt die Daten anzuschauen, die vom Lesekopf geliefert werden, kann man z.B. das Terminal Programm minicom installieren. Das geht mit  'sudo apt-get install minicom'. Anschließend kann der port mit 'minicom -s' konfiguriert werden. Laut Landis Gyr Benutzhandbuch werden folgenden Einstellungen benötigt.


Der Befehl 'minicom -H -C hex.log' gibt die empfangenen Daten in hexadezimaler Darstellung aus und speichert sie in 'hex.log'.


Laut Wikipedia kennzeichnen die empfangenen '1B 1B 1B 1B' eine Escape Sequenz, und die '01 01 01 01' markieren den Beginn einer SML Nachricht.

Alternativ können zur Darstellung der vom Messkopf empfangenen Daten auch die Programme picocom oder xxd verwenden werden. Mit xxd gelingt die Darstellung besonders einfach.

Um die SML Daten interpretieren zu können, müssen wir die 'Volkszähler' Software bemühen. Zunächst müssen wir den Datenlogger vzlogger konfigurieren. Dazu kann der vzlogger.conf-Editor benutzt werden. Der screenshot unten zeigt eine so erzeugte Konfigurationsdatei namens 'vzlogger.conf'. Achtung, der log Pfad muss  z.B. mit dem nano Editor händisch auf '/var/log/vzlogger/vzlogger.log' geändert werden, sonst startet vzlogger nicht richtig.

Nach 'sudo reboot' oder 'sudo systemctl restart vzlogger', kann mit 'systemctl status vzlogger' überprüft werden, ob der Datenlogger sauber läuft.


Wenn Alles passt, finden sich in 'vzlogger.log' 'readings' mit OBIS code '1.8.0' für den Bezug von Strom in Wh, und mit '2.8.0.' für die Einspeisung in Wh. Im Auslieferungszustand des  SMART Meters erfolgt die Änderung der Werte allerdings nur in kW Sprüngen.

Laut Landis Gyr Benutzhandbuch lässt sich neben der bezogenen oder eingespeisten Energie auch die aktuell verbrauchte Leistung auslesen. Dies ist allerdings nur nach Eingabe einer PIN möglich, die vom Netzbetreiber erfragt werden kann. Zur dauerhaften Ausgabe muss der PIN des Zählers deaktiviert werden. 

Mit Hilfe einer modifizierten Taschenlampe, deren Beleuchtungsstärke mindesten 400 Lux betragen muss, kann man durch das Menü des Zählers navigieren. 

Für die Eingaben muss die optische Schnittstelle entweder mit kurzen Pulsen weniger als 2 Sekunden , oder mit langen Pulsen mehr als 2 Sekunden beleuchtet werden.


Wird der 'erweiterter Datensatz' im Menuepunkt 'InF' aktiviert, erfolgt die Ausgabe der Energie zudem mit einer Genauigkeit von Wattstunden (Wh).


Um die Daten graphisch darstellen zu können, müssen im web frontend Kanäle angelegt werden. Dazu muss man im Webbrowser 'http://<IP des pi>/' eingeben, und dann den gewünschten Kanal 'hinzufügen'.


Über das (i) der Kanäle lässt sich der 'Universally Unique Identifier' UUID herausfinden, der beim Anlegen der Kanäle erzeugt wurde. Anschließend müssen dieses Kanäle zusammen mit der UUID in der 'vzlogger.conf' hinterlegt werden. Ich habe folgende Einträge gemacht.


Nach  'sudo systemctl restart vzlogger' sollte die graphische Darstellung dann klappen. Das Bild unten zeigt den typischer Verbrauch und die typische Einspeisung an einem sonnigen Frühlingstag.



Obwohl in den ersten beiden Kanälen ein Energiemeter gewählt wurde, werden praktischerweise nicht die Zählerstände sondern eine errechnete Leistung angezeigt.

Im letzten Schritt habe ich mir ein Gehäuse aus dem Thingiverse ausgedruckt, und zum besseren Halt am metallischen Verteilerkasten einen Magneten aufgeklebt.


Im Eingebauten Zustand sieht das Ganze dann wie folgt aus.



Jetzt lässt sich im Browser eines beliebigen Smartphones der aktuelle Stromverbrauch überwachen. 

Viel Spaß beim selber Basteln...



Samstag, 24. Mai 2025

Einen Gardena Versenkregner reparieren

Nachdem mein Gardena Versenkregner Aqua Contour nun schon 4 Jahre im Einsatz ist, läuft er nach der diesjährigen Winterpause nur noch mit sehr kleiner Beregnungsweite. Das deutet auf einen defekten Akku hin. Der Versenkregner lässt sich wie hier beschrieben mit etwas Aufwand auch ohne Ausgraben öffnen. Dazu müssen die rot markierten Schrauben entfernt werden.

Zum Lösen der tiefsitzenden Schrauben 


habe ich mir einen langen Schraubenzieher aus Bithalterverlängerungen sowie ein Stückchen Blech zum sicheren Entfernen der der Schrauben gebastelt.


Das so entnommene Innenleben lässt sich weiter zerlegen.



Zunächst habe ich das Solarpanel abgeklemmt. Auch bei Beleuchtung mit einem Baustrahler liefert das Panel nur noch 0,4 V Spannung. Der Deckel zum Akku lässt sich mit sanfter Gewalt unter Zuhilfenahme einer Gripzange aufdrehen. Eine Messung der Klemmspannung des Akkus von 1,1V bestätigt, dass sich der Akku über den Winter tiefentladen hat. Ein neuer original Akku wird für ca. 50 EUR angeboten. 


Neue Solarzellen und ein u.U. notwendiger Step Up Wandler dürften ebenfalls mit mindestens 10 EUR zu Buche schlagen. Da der Defekt vermutlich immer wieder auftritt, habe ich mir überlegt den Regner mit vier externen 1,5V Alkalie Batterien bei ca. 6 V zu betreiben. Ich habe daher den Lithium Ionen Akku entfernt, und ein zweiadriges Gummikabel in das Batteriegehäuse gelegt. Die Öffnung habe ich von außen mit Hybrid Dichtmasse verschlossen.

Die vier Babyzellen mit 8Ah Kapazität habe ich in einer wasserdichten Verteilerdose untergebracht, die ich zusätzlich auch noch mit Dichtmasse versiegelt habe.

Die Dose habe ich nahe dem Rasensprenger kurz unter der Grasnarbe vergraben, so dass sich der Deckel zum Batteriewechsel einfach öffnen lässt.

Nachdem ich den Rasensprenger neu eingestellt habe, und Alles mit etwas Erde verfüllt ist, verrichtet der Rasensprenger wieder seinen Dienst.

Viel Spaß beim selber Reparieren...